Autor Thema: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)  (Gelesen 6288 mal)

Xolkar Xorekson

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #15 am: Februar 24, 2008, 19:30:54 Nachmittag »
Dann will ich es so ausdrücken Damon: Ich kann dir keine Kritik geben, wirklich nicht. Ich brauche nur deinen Text zu lesen und bekomm so einen Zorn, dass ich ihn schon körperlich fühlen kann.
Es tut mir wirklich leid, aber mir fehlt bei diesem Text die Objektivität die ich bräuchte, um mich lange genug durch deinen Text zu wühlen um dir ein sachliches Feedback zu geben.

Ich bin ein Freund klarer Worte und Gedanken, das ist dein Text schonmal nicht. Du vertrittst damit eine Position die ich so hanebüchen finde dass ich sie nahe dem Gebrabbel eines Schwachsinnigen einordnen würde. Das mag damit zusammenhängen, dass ich zu großen Teilen auf Cons war, die einfach gestimmt haben, die einfach Stil hatten. Die gerockt haben. Und das ist zu großen Teilen den Spielern dort zu verdanken. Natürlich gab es hier und da mal einen Idiot, der einfach den Schuss nicht gehört hat, aber ansonsten konnte ich von dir festgestellen Mängeln nicht einen einzigen erkennen.

Deine Erklärungsversuche du hättest dich eines anderen Kommunikationsmodells bedienst (oder was das auch war) ist blödsinnig.

Ich geb dir ein Beispiel aus dem Webdesign, das analog dazu ist. Es mag ein wenig hinken, aber es trifft den Kern:

Wenn du eine supertolle Homepage bastelst mit exotischen Schriftarten und allem drum und dran, dann sieht die für dich toll aus, absolut perfekt. Jetzt hast du aber viele Nutzer die deine Schriftarten nicht nutzen können, auf die Standardschriftarten zurückgreifen und dementsprechend bescheiden sieht deine dann aus. Du kannst nicht erwarten, dass sich jeder deine Schriftarten runterzieht um die Homepage zu sehen wie du sie siehst - genauso verhält es sich mit deinem Text. Wenn die wenigsten deiner Zielgruppe je etwas von so etwas gehört haben (wieso auch, das sind so die Studiengänge in denen 90% der Studierenden später Taxi fährt) verstehen sie es nicht.

Und so leid es mir tut, das einzige Con das ich richtig scheisse fand und den Kommerz rausfühlen konnte war nun mal das Hagalas Arx Con (so ne JuHe neben nem Plattenbau kann nicht so teuer sein...)

Offline Goras

  • Zwerg
  • Familienmitglied
  • *
  • Beiträge: 550
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #16 am: Februar 25, 2008, 17:56:50 Nachmittag »
*grins*

Sorry, aber das Grinsen kann ich mir immo wirklich nicht verkneifen- Damon, Thema verfehlt, sechs, setzen.

Du stilisierst hier Untugenden, schlechtes Spiel und miese Angewohnheiten zur Larpkultur hoch, und das sind nur Begleiterscheinungen, nicht das Wesen dessen, was wir als unser Hobby lieben. Ich fahr auf LARPs, weil ich dort Gleichgesinnte treffen kann und Spaß am Spiel hab- nicht um zu gewinnen oder mit meinen tollen items zu protzen, das tun imho nur Minderheiten. Orgas bieten mir mit der Organisation des LARPs eine Dienstleistung (und das zumeist zum Selbstkostenpreis- Industrie, die keinen Gewinn macht, der Vergleich hinkt also wieder).

Adorno ist mir piepegal, Chomsky interessiert mich wie ein Reissack in China, daür bin ich die falsche Zielgruppe- der Rest ist eine Kritik, die (wie gesagt) negative Tendenzen, Begleiterscheinungen und Nebeneffekte zum Wesen des LARPs zu erklären versucht, und damit bin ich nicht einverstanden.

Sicher ist die Kritik berechtigt, sicher sollte jeder von uns überlegen, wie er mit Orga, NSCs und Mitspielern ordentlich umgeht, aber deine Aufmachung erinnert mich stark an eine andere Untugend unserer Zeit, die ich als "BILD-Zeitungs-Journalismus" bezeichnen möchte- da wird auch gern der Eindruck erweckt, dass krasse Einzelfälle repräsentativ für ganze Bevölkerungsschichten usw. stehen. Egal ob öffentliche Verkehrsmittel, bei denen einige Jugendliche randalieren oder Kampfhunde, die ein Kind beißen oder Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen/töten... nicht jede Busfahrt endet mit einer Schlägerei, nicht jeder Hund ist aggressiv, nicht jede Mutter ist schlecht zu ihren Kindern, ganz im Gegenteil. Und nicht jedes LARP wird von deinen Untugenden (denen, die du aufgezählt hast :-) geprägt und bestimmt, ganz im Gegenteil. Ich empfehle dir dringend, deinen Beitrag in diese Richtung zu ändern, vor allem, wenn du damit auch im Studium und nicht nur in diversen Larpforen punkten willst; sonst kriegen deine Profs und Mitstudis nämlich nen völlig falschen Eindruck vom LARP und von uns.

edit: Nach meinem Verständnis von Philosophie ("allgemeinste Gesetze von Natur, Gesellschaft und Denken"- ich hab auch mal ein wenig damit zu tun gehabt) kann die derzeitige Philosophie nur Thesen und Meinungen der jeweiligen Autoren beisteuern, da keiner von denen im Besitz einer Absoluten Wahrheit ist oder auch nur sein kann. Deinen Adorno auf die LARPwelt anzuwenden- dabei kann also nur eine bestimmte Sichtweise beschrieben werden, die dir noch dazu von jemand anderem, nämlich von Adorno, aufgeprägt wurde... ganz ehrlich, ich finde es zwar lobenswert, dass du es versuchst, aber der Versuch beweist auch, was du noch alles vor dir hast :-)).
Um dich allerdings zu beruhigen, ich hab mal eine Professorin für Kulturgeschichte über die Stammzellendiskussion reden hören- sie war davon überzeugt, dass sie einen wertvollen Beitrag leisten könne, ich bins nicht. Ich halte das für intellektuelle Ãœberheblichkeit, weit verbreitet bei den sogenannten Geisteswissenschaftlern. Man muss kein Meteorologe sein, um zu sehen, obs regnet. Frag dich selbst, wie weit dein Artikel dazu zu zählen ist- mir brauchste das nicht zu beantworten, dir selbst bist du allerdings eine Antwort schuldig.
« Letzte Änderung: Februar 25, 2008, 19:23:50 Nachmittag von Goras »
Ein Zwerg zu sein heisst stark zu sein- ein Zwerg zu sein heisst weise zu sein. Und wenn ich nicht gleich mein Bier kriege, zeig ich dir, auf welche Weise ich dir ganz stark in den Hintern trete!

Damon, Novice des Tempus

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #17 am: Februar 25, 2008, 20:29:13 Nachmittag »
Goras, ich kann das Thema nicht verfehlen, weil ich das Thema gesetzt habe ;D.

Ich glaube der Stil hat wirklich einiges an Misverständnissen aufgeworfen und ist somit scheinbar tatsächlich schlecht gewählt. Von Anfang an klar war das für mich allerdings sicher nicht. Die Namen sagen tatsächlich vielen Leuten etwas (wenns einen interessiert kann man sie auch auf Wikipedia nachgucken) warum sollte ich sie weglassen, nur weil sie euch jetzt nichts sagen (was ja auch nicht vorher klar war)?

Ich hatte auch mein Seminar über Stil und Methodik der naturwissenschaftlichen Wissenschaft (2 Semester Landschaftsökologie studiert) in den Gesellschaftswissenschaften ist die Stilfrage da deutlich diffenrezierter. Den Stil pauschal als unberechtigt abzutun halte ich alein deshalb schon für falsch, da er in der Wissenschaft prominent vertreten ist. Das ich mich alein auf Adorno beziehe bedeutet nicht, das er der einzige ist, den ich kenne und ihn verehre wie einen Gott. Ich übe an Adorno in vielen Bereichen Kritik eben nur nicht im Bereich der Kulturindustrie.

Ich habe diesen Stil zum ersten mal ausprobiert und habe bei den meisten das genaue Gegenteil dessen erreicht, was ich eigentlich wollte. Das bedeutet dann wohl, dass er schlecht gewählt war, trotzdem bereue ich nicht es getan zu haben, denn aus Fehlern lernt man bekanntlich.

Also, was war der Sinn hinter dem Stil? Der komplexe Satzbau ist dem Stil geschuldet und lässt sich somit nicht vermeiden. Er soll aber auch ausdrücken, das das Thema selbst kompliziert ist und viel Spilraum für Interpretationen lässt. Was ihr als Kritik anmerkt, dass LARP nicht Zwangsläufig wie beschrieben aussieht, habe ich für so selbstverständlich gehalten, dass ich es nicht extra erwähnte. Der Stark übertriebene Stil, der sich zeitweilen selbst karrikiert soll verdeutlichen, dass er eben keinen Anspruch auf absolute Wahrheit vertritt und bewusst übertreibt um klar zu machen, dass es eben nur eine Sicht auf die Dinge ist(die ich selbst auch nur unter bestimmten Bedingungen als sinnvol erachte) und es hunderte andere gibt. Leider wird die Ãœbertreibung für den Anspruch auf Wahrheit gehalten und mir unterstellt, dass ich diese Position für absolut halte. Der Text selbst lässt bewusst Spielraum für interpretationen, weil meiner Meinung nach ohnehin jede Wahrheit konstruiert ist. Eine klare, sterile und einfach geschriebene Argumentation suggeriert meiner Meinung nach viel mehr einen Anspruch auf unfehlbarkeit. Das ist der Grund, warum ich mich dagegen endschieden habe.

Wenn der Stil euch abschreckt, dann müsst ihr den Text doch nicht lesen. Wenn er für euch schlecht geschrieben ist, dann ist das doch mein Problem, weil ihr ihn ignoriert und nicht das eure, weil ich euch unbedingt was böses will. Nimm das Beispiel mit dem Wetter. Wenn es regnet, dann siehst du das, was auch niemand bezweifeln würe. Wenn nun aber ein Meterologe neben dir steht und eine genaue Analyse macht, warum es Regnet, dann muss dich das nicht interessieren. Trotzdem hat diese Analyse durchaus seine Berechtigung und wenn sie dich nicht interessiert, dann ist sie halt nicht für dich gedacht. Ich war eigentlich der Ansicht, dass der Text von den meisten menschen aufgrund seines komplexen Stils schlichtweg ignoriert würde und er nur von denen gelesen würde, die ein echtes Interesse an ihm haben. Somit ist der Text nicht falsch geschrieben für die Zielgruppe, der Text sucht sich seine Zielgruppe selber. Warum das nicht funktioniert hat verstehe ich ehrlich gesagt wirklich nicht. Ich verstehe auch nicht, warum ihr euch darüber aufregt, dass der Text euch nicht gefällt. Wenn du einen Informatiktext schreiben würdest und ich würde ihn nicht verstehen, dann wäre das doch auch völlig in Ordnung. Man muss doch nicht alles lesen. Man liest halt das, was einen interessiert und zusagt und den rest ignoriert man einfach(was dann natürlich auch volkommen in Ordnung ist). Unterstellt mit deswegen nur bitte keine Ãœberheblichkeit oder böse Absicht.

Als Adressat waren übrigens LARPer gedacht, die sich auch für Sozialwissenschaft und Philosophie interessieren. Zusammen mit der an ihm geübten Kritik sollte der Text ein Gefühl dafür vermitteln, welche Rolle LARp in der Gesellschaft spielt und wie die Gesellschaft aufs LARP wirkt. Wenn einen das nicht interessiert, dann ist das doch auch vollkommen in Ordnung, nur den Text zu kritisieren, weil er einen nicht interessiert finde ich irgendwie paradox.

Xolkar Xorekson

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #18 am: Februar 25, 2008, 21:18:23 Nachmittag »
Damon, wenn ich einen Informatikertext schreibe und du verstehst ihn nicht und ich habe keine Literatur vorausgesetzt, dann habe ich was falsch gemacht. Sinn und Zweck von geschriebener Sprache ist für mich die Weitergabe von Information. Wenn ich das nicht schaffe habe ich versagt.

Sicher, dein Text hatte einen ganz anderen Anspruch, aber für mich persönlich wäre es wichtig, wenn die Information die ich verbreiten möchte auch verstanden wird...  ;D

Nix für Ungut.

Offline Goras

  • Zwerg
  • Familienmitglied
  • *
  • Beiträge: 550
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #19 am: Februar 25, 2008, 23:47:11 Nachmittag »
"Welche Rolle spielt LARP in der Gesellschaft- wie wirkt Gesellschaft aufs LARP" war also das Thema. Gut.

Ich bin immer noch- oder jetzt sogar noch mehr- der Meinung, dass du das Thema verfehlt hast, denn du beschreibst einen so engen Ausschnitt, dass der gar nicht repräsentativ sein kann und damit nicht für "das LARP" gilt. Du schnappst dir Adornos Thesen und schaust, wie LARP in diese Schublade passt- und was dabei raus kam, hat dir eigentlich nur Widerspruch eingebracht (außer bei TWG, aber der versucht eh immer, das Beste in allem zu sehen- sry, TWG :-))
Und nur nebenbei, man kann auch selbst gesetzte Ziele verfehlen :-).

Was deinen Stil angeht, so ist der mir gleichgültig, ich hab schon weit schlimmeres gelesen :-) Schachtelsätze über ne halbe Seite waren da keine Seltenheit, ich schachtel selbst zuviel. Solltest du als angehender Lehrer allerdings daran interessiert sein, wie sowas auf den üblichen Menschen wirkt, empfehle ich Kurt Tucholskys "Ratschläge für den guten und schlechten Redner"- ich hab den Text auf Platte und schick ihn dir gern, du wirst Tränen lachen, das garantiere ich.

Allerdings lässt dein Stil wirklich viele Interpretationen zu- der "Bildzeitungsjournalismus" ist eine der nächstliegenden, finde ich. Wenn du kontroverse Meinungen herausfordern willst, dann stell das Thema zur Diskussion. "Ich finde/ich meine"- das wäre etwas, womit jeder kapiert, dass er mitdenken und dagegen reden soll. Wieso machst dus so kompliziert und kopierst fremde Stile, anstatt deinen eigenen zu finden ? Grad hier... Zwerge sind gradlinig und ehrlich, sag, was du meinst, dann weiß der Rest, was du willst.

Noch einen Nachsatz zur "intellektuellen Ãœberheblichkeit von Geisteswissenschaftlern" : auch und gerade als Lehrer solltest du nie den Fehler machen und Menschen nach dem Motto sehen: "sie sollten soundso sein, wie bringe ich sie dorthin". "Menschen sind, wie sie sind- was mache ich mit ihnen, dass sie trotzdem in gewissen Normen bleiben"... falls du Pratchetts "Die Nachtwache" gelesen hast, weisst du, was ich meine. Ich will jetzt nicht von der Einzigartigkeit jedes Individuums usw. reden. Menschen zu sehen, wie sie sein sollten, ist immer Schubladendenken und macht anderes als den Menschen (oder Zwergen, wir sind hier schließlich unter uns :-)) zum Maß der Dinge- was könnte falscher sein?

Adorno ist ein typischer Vertreter für "so sollten die Menschen sein". Deshalb lehne ich ihn grundsätzlich ab. Nie vergessen, der Mann postuliert Thesen- keine Theorien, keine Hypothesen, nur Thesen- als naturwissenschaftlich vorbelasteter Mensch weisst du, dass kein (ernst zu nehmender) Naturwissenschafter es auch nur WAGEN würde, so zu arbeiten. Und darauf baut er auf. Seine Arbeit war zu Zeiten der 68er eine gute Grundlage, um den "Muff von tausend Jahren" zu ändern, aber überleg mal, was von den damaligen Idealen noch übrig ist, was den Test der Zeit überstanden hat...

Und noch eins: du hast diesen Text geschrieben und damit eine Diskussion heraufbeschworen. Zu was hat dich das gemacht, wie hat es dich verändert? Wieder so ne Frage, die du nur dir selbst beantworten solltest :-) aber beantworte sie dir, und dann schau mal, ob dir die Antwort gefällt. Wenn ja, hast du irgendwo was falsch gemacht- wenn nein, hast du was gelernt :-)
Genau das ist übrigens meine "Arbeitshypothese": alles, was man tut, verändert nicht nur deine Umwelt, sondern auch dich. Ãœberlege dir immer, was du tust- wohin verändert es dich, und gefällt dir das, wohin du dich entwickelst? Ist gewöhnungsbedürftig und sehr anstrengend, so zu denken, aber manchmal auch ganz nützlich. Und ist imho vor allem bedeutend humanistischer als Adornos Ansatz "wie sollten alle anderen sein?".
« Letzte Änderung: Februar 26, 2008, 00:15:19 Vormittag von Goras »
Ein Zwerg zu sein heisst stark zu sein- ein Zwerg zu sein heisst weise zu sein. Und wenn ich nicht gleich mein Bier kriege, zeig ich dir, auf welche Weise ich dir ganz stark in den Hintern trete!

Damon, Novice des Tempus

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #20 am: Februar 27, 2008, 16:59:02 Nachmittag »
Ich habe diesen Text tatsächlich primär für mich selbst geschrieben, um meine Identität als Rollenspieler in Bezug zu meiner Persöhnlichkeit und meiner Sicht der Gesellschaft zu setzen. Dies ist mir auch weitesgehend gelungen. Anhand der Kritik die ich bekomme diese dann zu reflektieren hat leider aus Ermangelung (gut zwei bis drei waren schon dabei) wirklich guter Kritik nicht so gut funktioniert. Auch sollte es eine Vorbereitung sein auf den Essay, den ich gerade schreibe(Kultur und Erfahrung). Es gibt nunmal große Unterschiede von Naturwissenschaften zu Gesellschaftswissenschaften, das solltest du Akzeptieren. Ebenso kannst du der anderen Sicht nicht ihre Berechtigung absprechen, denn dadurch verengst du deine eigene Sicht zusehr. Ich habe dabei eine Menge gelernt, nicht zuletzt über die Funktionsweise von Foren und die Tatsache, dass dialektisches Denken bislang bei den meisten Menschen auf großes Unverständnis stößt.

Da glaube ich auch hast du Adorno ziemlich misverstanden (ebenso wie mich ;)). Kaum einer ist weiter davon entfernt zu sagen so sollte der Mensch sein. Adorno selbst ist einer der größten Feinde Positivistischen Denkens (zu sagen: das ist so) ihm eben dieses Denken zu unterstellen zeugt für mich davon, dass du das Prinzip des dialektischen Denkens nicht verstanden hast. Gerade der Stil, nur in Thesen zu schreiben (was man ja durchaus kritisieren kann) zeugt doch von einer Abkehr zum Positivismus, weil er klar macht, dass alles was ist konstruiert ist. Adorno macht auch tatsächlich keinerlei Aussagen darüber, wie der Mensch sein sollte (das wäre Positivismus), sondern benennt Faktoren, die den Menschen daran hindern Mensch zu sein. Das es dies gibt (zum Beispiel bei Propaganda) wirst du mir denke ich zustimmen.

Auch inmeinem Text zeige ich zwei entgegengesetzte Tendenzen auf, die im Konflikt zueinander stehen. Es geht nicht darum in "sein" zu denken, sondern in Konflikten. Auch mir geht es nicht darum zu sagen, wie soll der Mensch sein, sondern was hält ihn davon ab Mensch zu sein und dieses Etwas ist Herrschaft, sowohl beim Beherrschten, als auch beim Herrscher selbst.

Der erste Abschnitt ist (genau wie der Rest des Textes eigentlich auch) so formuliert, dass sich eigentlich jeder in ihm wiederfinden kann (so er denn will). Die Ausdifferenzierung bleibt dabei noch jedem selbst überlassen, genau wie die Konsequenz, die man daraus zieht (das hier nun eben immer der negativste Bezug gewählt wurde ist eine der Sachen, die ich nicht begreife).

Was deine Aussage über den "Test der Zeit" angeht, so verstehe ich das als einen positiven Bezug zum Evolutionsdenken (was selbst in der Biologie in dem Positivistischen Sinne nicht richtig ist). Bitte korrigiere mich, wenn ich dich missverstehe. Aber diese Argumentation würde logisch zuende gedacht dazu führen, dass man alles was ist (so schrecklich es auch sein mag) mit Bezug auf den "Test der Zeit" als Wahrheit verklärt. Einen schlimmeren Positivismus gibt es nicht und der Weg zur Legitimation jeglicher Diktatur ist geebnet. Ein demokratisch verorteter Mensch (und ja, solange ich das "Erwachen" nicht verpasst habe sind wir das noch alle) sollte diese Ansicht nicht haben.

Was nun den Stil angeht, so gibt es da tatsächch noch große Unterschiede zu Adorno (alles andere wäre Anmaßend). Es ist tatsächlich nicht mein normaler Stil gewesen, aber ich fand das Experiment mit ihm spannend und ich werde diesen Stil sicher auch nicht pauschal verwerfen. Wie will man sich denn deiner Meinung nach im Stil weiterentwickeln, wenn man keine Experimente macht? Sollte dich mein normaler Stil interessieren, ich habe gerade eine kleine Hausarbeit (ja, diesmal mit Belegen) zum Thema: "Eine Betrachtung der Dikriminierung. Dekonstruktion und Kritik" fertig und freue mich über jede Kritik. (schick mir einfach deine Mail, dann schick ich dir die Arbeit wenn du Interesse hast)

Ps: Der Muff von tausend Jahren hat sich zum schlechten geändert. Auf Halbbildung, die der Bildung folgte, folgt Unbildung (vgl. Liesman). Selbst der Anspruch auf Bidung ist aus unserem Bildungssysthem weitesgehend verschwunden und wurde in Dinge wie "lebenslanges Lernen" verwandelt. (wenn dich das genauer interessiert hab ich auch dazu eine kleine Hausarbeit ;D)

Xolkar Xorekson

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #21 am: Februar 27, 2008, 19:06:23 Nachmittag »
Ich bringe deine Argumentation ganz kurz auf den Punkt:

"Alle doof ausser mich!"

EDIT: Rest gelöscht, da bring ich ja nem Stein eher Bogenschiessen bei...
« Letzte Änderung: Februar 27, 2008, 19:27:06 Nachmittag von Xolkar Schwarzklinge »

Offline Goras

  • Zwerg
  • Familienmitglied
  • *
  • Beiträge: 550
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #22 am: Februar 27, 2008, 20:47:55 Nachmittag »
Dialektisches Denken bedeutet für mich einfach nur, die Dinge im allseitigen Zusammenhang zu sehen. Sehr dialektisch also, einfach Adornos Schema auf LARP anzuwenden- wer ist eigentlich für deine dialektische Denkmethode verantwortlich?

Was die Urteilsfähigkeit und Reflektion der Kritik angeht: lies dir mal deinen vorletzten Beitrag durch. Du erklärst da dauernd irgendwas an deinem Stil- ich habe den Inhalt kritisiert, dein Stil war und ist mir egal. So langsam gelange ich zu dem gleichen Urteil wie Xolkar.

Noch mal: du erklärst Begleit- und Randerscheinungen zum Wesen des LARP. Zu dieser Aussage hast du bisher immer noch nicht Stellung genommen.

« Letzte Änderung: Februar 27, 2008, 20:54:09 Nachmittag von Goras »
Ein Zwerg zu sein heisst stark zu sein- ein Zwerg zu sein heisst weise zu sein. Und wenn ich nicht gleich mein Bier kriege, zeig ich dir, auf welche Weise ich dir ganz stark in den Hintern trete!

Offline Dakur Graustein

  • Zwergenhüter
  • Familienmitglied
  • ***
  • Beiträge: 2987
  • Zwergenheim-Orga Berater Forums-Admin
    • Das Portal
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #23 am: Februar 27, 2008, 20:52:53 Nachmittag »
Noch mal: du erklärst Begleit- und Randerscheinungen zum Wesen des LARP. Zu dieser Aussage hast du bisher immer noch nicht Stellung genommen.
Naja, dazu kann man durchaus geteilter Meinung sein. Zumindest ich empfinde es, nicht zuletzt durch das Internet ebenfalls nicht nur als Randerscheinung, sondern als stetig wachsende Entwicklung, die in den Anfängen des Larp, noch kümmerlich klein und nur vereinzelt vorkam, doch mittlerweile fast auf jedem Con anzutreffen ist.
Bis denn
Dakur

Gomoi Gogrimson

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #24 am: Februar 27, 2008, 20:59:50 Nachmittag »
@Damon: Du kannst es nicht lassen oder? Erst einen Text schreiben der so unverständlich, dass du bewusst Menschen ausschliesst, die nicht die nötige Geistesreife besitzten ihn zu verstehen (Deiner Meinung nach).
Dann dich aus der Kritik winden, weil du ja:
Ich habe diesen Text tatsächlich primär für mich selbst geschrieben, um meine Identität als Rollenspieler in Bezug zu meiner Persöhnlichkeit und meiner Sicht der Gesellschaft zu setzen.
und dich damit öffentlich versucht selbst zu definieren. Auf Kosten anderer.
Zum krönenden Abschluss dann noch:
Ps: Der Muff von tausend Jahren hat sich zum schlechten geändert. Auf Halbbildung, die der Bildung folgte, folgt Unbildung (vgl. Liesman). Selbst der Anspruch auf Bidung ist aus unserem Bildungssysthem weitesgehend verschwunden und wurde in Dinge wie "lebenslanges Lernen" verwandelt. (wenn dich das genauer interessiert hab ich auch dazu eine kleine Hausarbeit ;D)
tust du die aktuelle Bildung allgemein runterspielen. Du bist auch ein Post68er. Ein Kind der 68er, nein, eher sogar ein Enkel.
Du beleidigst in einem fort. Ok, du tust es subtil. Du beleidigst den Rest dadurch, dass du dich selbst über sie stellst. Aber du tust es. Komm von deinem hohen Ross runter, bevor du gewaltig auf die Schnauze fällst in deinem Leben.

Seh das als gut gemeinten Rat.


Offline Goras

  • Zwerg
  • Familienmitglied
  • *
  • Beiträge: 550
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #25 am: Februar 27, 2008, 21:09:02 Nachmittag »
zu TWG:

Zitat:
"Dieser Anspruch von Freiheit und Gleichheit, denn LARP ist ein Spiel, dass man bis hin zum Kapf gegeneinander nur miteinander und in Harmonie mit den Mitspielern spielen kann, ist nurnoch rudimentär vorhanden. Er ist abgelöst durch die Manifestation der gesellschaftlichen Realität dessen Antithese er einst war. Die neue Generation von LARPern kennt Rollenspiel nichtmal mehr als Anspruch. Selbst der Kampf, einst ähnlich dem Tanzen ein Ausdruck tiefster Harmonie und Zusammenspiels mit dem Partner, ist einem hektischen Gezappel nach Punkten gewichen, dessen Auswirkungen man nach jedem größeren Con an der Zahl der verletzten NSCs ablesen kann (und der Art der verletzungen)."


Nach meiner begrenzten Sichtweise (ich spiel DKWDDK) ist das nicht einmal eine Randerscheinung. Sowas gibts bei uns schlichtweg nicht- und wenn jemand absolut so spielt, dann wird er zur Seite genommen, man erklärt ihm, wies richtig ist- und wenn der dann immer noch solchen Bockmist baut, wird er irgendwann ignoriert.
Womit wir wieder mal bei der Diskussion "Punktesystem contra DKWDDK" sind, und die hatten wir hier schon zur Genüge. Trotzdem, was er da beschreibt, sind für mich Pappnasen- wenn er eine ganze Spielergeneration als Pappnasen abtut und das ganze dann noch als tendenziell überwiegend und immer noch steigend ansieht, dann sollte ich mir wohl schleunigst ein neues Hobby anschaffen.

Grad hier im Forum finde ich nichts von Punktehascherei, ganz im Gegenteil. Da wird sich gemeinsam der Kopf zerbrochen, wie man Zwerge besser darstellen kann- nichts von Unbesiegbarkeit oder wie man am besten den NSCs die Köpfe einschlägt.


Zu Gomoi:
Was die mehr oder minder subtilen Beleidigungen angeht (ich finde die absolut nicht subtil :-))- der Stil ist mir egal, ich extrahier mir die Informationen auch aus solchen Texten. Außerdem war ich selber keinen Deut besser- und wenn ich austeil, muss ich auch einstecken können.
 
Wenn er sich so umständlich ausdrückt, ist das eh nur ein Zeichen dafür, dass er die Materie selbst nicht gut genug verstanden hat, um sie anderen zu erklären, sei also nachsichtig- er sagts ja, er ist grad erst in der Selbstfindung :-).

-----------------------------------------------------------------

So, für mich ist das Thema gegessen, ich hab gesagt, was ich zu sagen hatte. Werde mir jetzt lieber wieder mit Bartschmuck, Gürteln und dem Bau von schönen Waffen die Zeit vertreiben.
« Letzte Änderung: Februar 27, 2008, 21:25:07 Nachmittag von Goras »
Ein Zwerg zu sein heisst stark zu sein- ein Zwerg zu sein heisst weise zu sein. Und wenn ich nicht gleich mein Bier kriege, zeig ich dir, auf welche Weise ich dir ganz stark in den Hintern trete!

Damon, Novice des Tempus

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #26 am: Februar 28, 2008, 03:34:05 Vormittag »
Ich hab die ganze Diskussion hier wirklich mit Engelsgeduld geführt aber langsam reichts. In meinen ganzen Posts steht nicht eine einzige Beleidigung drin, weder direkt noch indirekt. Alles was ihr darin seht, habt ihr da selber reinkonstruiert. Mir scheint, dass ihr nur eure persöhnlichen Anfeindungen (ja, ich habe die durchaus bemerkt, die waren offensichtlich) nachträglich ins Recht setzen wollt.

Goras, was du für dialektisches Denken hälst fasst sich wohl eher unter dem begriff der Totalität zusammen. LARP unter dem Prinzip der Kulturindustrie zu beobachten erfüllt übrigens den Gedanken der Totalität statt ihm zu widersprechen.

Alles weitere steht im Text oder in den Beiträgen. Lesen hilft und Nachdenken auch.

(Ja, wenn ihr suchen solltet findet ihr in diesem beitrag tatsächlich persöhnliche Anfeindungen, aber da dies meinem Verständnis vom Miteinander widerspricht war das hier auch mein letzter Beitrag.)

TWG.

  • Gast
Re: Antithesis (oder Humanismus und Subversion im LARP)
« Antwort #27 am: Februar 28, 2008, 07:28:51 Vormittag »
So und ich denke wir sind jetzt an einem Punkt wo es nur noch schlimmer werden kann und die Fronten klar sein sollten. Um ein weiteres eskalieren zu vermeinden mach ich hier mal dicht, mag sich jeder Leser sein eigenes Urteil bilden. /closed