Autor Thema: Zwergenhandschuhe  (Gelesen 12397 mal)

Gazgrim Snorrisson

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Zwergenhandschuhe
« am: April 07, 2007, 14:32:02 Nachmittag »
Viele kennen ja sicher das Problem "falscher" Proportionen....

Ich mit meinen (laut Perso) 172 und knapp 100kg habe zwar eine stämmige Statur, doch lassen sich gewisse menschliche Proportionen leider nicht ändern ....
Worauf ich anspiele ist, dass ja wohl kaum ein Mensch zwergische Proportionen hat (Kurze Beine, verhältnismässig lange Arme usw).
Bei den Fingern finde ich das (für mich persönlich) meist störend, dass sie halt "menschlich" aussehen... ein zwerg brauch kurze, kräftige Gnubbelfinger!!!!

Um dieses Manko zu kaschieren eignen sich ja Handschuhe im besonderen....

Mir geistert schon lange eine Idee im Kopf herum, zwergische dicke Lederhandschuhe zu basteln.... und heute hab ich mal in der Firma Material besorgt.
Aber da ich wohl nicht der einzige mit diesem Problem bin, dachte ich es wäre eine tolle Idee wenn ich so eine Art Phototagebuch mache und andere an meinen Erfahrungen teilhaben lasse...

Daher meine Frage... besteht daran Interesse???

Wenn nicht kommt nur ein Bild vom Endprodukt hier rein und ich kann mir die Arbeit sparen :D

greetz

Gazgrim

Gohlin Gammelbart

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #1 am: April 07, 2007, 17:09:32 Nachmittag »
Nönö ! Man lernt ja nie aus .
Immer her damit !

Offline Gunthard Eisenschild

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #2 am: April 08, 2007, 02:44:42 Vormittag »
Ich wäre auch Interessiert!

Kurtak

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #3 am: April 08, 2007, 12:30:29 Nachmittag »
ich hätte Interesse welche zu kaufen  ;D

Bail Bierkrieg

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #4 am: April 09, 2007, 16:06:01 Nachmittag »
ich fände das auch sehr interessant

Gazgrim Snorrisson

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Basteltagebuch 1
« Antwort #5 am: April 09, 2007, 18:28:43 Nachmittag »
So... dann fangen wir mal an....
Ich entschuldige mich mal im Voraus dafür, dass mein Arbeitsplatz recht unordentlich aussieht.... aber mein Schreibtisch ist halt wie gesagt... mein Arbeitsplatz... und das schon länger.. und die Tischplatte sieht dementsprechend aus ^^

Jetzt aber mal ohne Umschweiffe... hier Teil1

Als erstes….

Sämtliche Angaben von Maßen, Material und Werkzeug sind nicht bindend.
Ich habe mich aus verschiedensten Gründen für unten stehende Fertigungsmethode entschieden und werde versuchen diese zu Erläutern, bzw. Alternativen zu bieten.
(Ist leider das erste mal, dass ich sowas baue bzw. so eine "Anleitung dazu schreibe  ;D)

Diese „Anleitung“ ist wie schon erwähnt auf mich zugeschnitten , was beim Nachbauen beachtet werden sollte. So ist der Linke Handschuh etwas dicker „gepanzert“ , da ich in der Vergangenheit diverse Handgelenkschäden hatte und einen gewissen OT- Schutz brauche.

Zum anderen ist dies erstmal nur die Anleitung für EINEN, den linken Handschuh, was unter anderem daran liegt das ich noch kein Material für den Zweiten besorgt habe… (gutes Leder ist Teuer *ggg*)

So…. jetzt aber mal zur Sache!

Zuerst solltet ihr euch natürlich das Material und das Werkzeug beschaffen und bereitlegen….
Ich verwende hierzu:

- Ein Paar Schweisserhandschuhe aus dem Baumarkt (2-10 Euro, Preise variieren stark)

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=2634re2.jpg&.src=ph

- Ein Stück 5mm Eichenlohe Grubengerbungsleder (vom Rücken) mit einer Kantenlänge von 
   c.a. 30cm ( Man kann auch dünneres oder anders gegerbtes Leder verwenden, doch die
   pflanzliche Gerbung kommt dem, was man  „Rüstleder“ nennt am nächsten)
   Und ein Stück 2-3mm Sohlenleder (das selbe die das 5mm Leder, nur dünner *g*)
   Für die Verstärkungen…. Dafür berappt man so 10-30 Euronen

- Ein Stück Lederrahmen (c.a. 60-70cm) als Verschlussriemen. Sowas bekommt man beim
   Schuhmacher oder Schuster für ein paar Euro

- 10+ Nieten, je nach Geschmack ;) (kosten ein paar Cent, ich verwende quadratische in
   „Silber“)

- Faden zum steppen (Ich verwende weissen Perlonfaden, würde aber zu Pechdraht raten…
                                    Ich lasse es allerdings, weil mir der schwarze Faden die blau-weisse
                                    Optik zunichte macht… man muss halt abstriche machen ;) )

- Rückholnadel und Ahle (Ledernadel mag vielleicht funktionieren… aber wer mit Pechdraht
   steppen will kommt nicht um Ahle und Wildschweinborsten als Nadel herum… ausserdem
   braucht man dann noch Pech, Bienenwachs und Hanfgarn ^^)

- Hammer
- Diverse grobe bis feine Sandpapierblätter
- Beize in der gewünschten Farbe
- Etwas Isomattenschaumstoff zum auspolstern (Für Handrücken und Arm)
- Stoff für das Handschuhfutter (Ich nehme blauen … keine Ahnung was das ist… ich glaube
                                                      was filziges.. kenn mich mit Stoffen nicht aus   :D )
- Ausschärfmesser, Schleifstein und Wetzleder http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=f87fre2.jpg&.src=ph   ( Wers einfacher mag,
  nimmt einen Cutter (viele Klingen), eine Lederschere oder eine Laubsäge)
- Lochzange
- Diverse Ösen
- 2 Verschlüsse für die Verschlussriemen (Schnallen z.B.)
- Einige Feilen und Raspeln, je nach Bedarf.

Zunächst machen wir uns daran aus Papier Schablonen für die „Panzerung“ grob vorzuzeichnen und dann genau an den Handschuh anzupassen.
Man kann die fertigen Papierschablonen zur Probe mit Tesafilm auf den Handschuh kleben um die optimale Passform hinzukriegen.

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=206fre2.jpg&.src=ph

Mit etwas Tesa werden die einzelnen Papierstücke auf dem Leder fixiert und mit einem Marker oder Kugelschreiber umzeichnet.
Das Ergebnis sieht dann ungefähr so aus:
http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=c02bre2.jpg&.src=ph

Nun kann man sich daran machen die einzelnen Schablonen auszuschneiden. Mit einem Cutter ist darauf zu achten stets die Klingen zu wechseln… mit einem ordentlichen Ausschärsmesser muss man darauf achten es regelmässig zu schärfen (5min schneiden, 10 Minuten schärfen gillt als Regel)
Die einzelnen Stücke müssen nicht unbedingt huntertprozentig gerade oder genau sein.. also keine Angst wenn die Kanten nicht so schön aussehen… das ändert sich noch… Der Bau eines Hauses beginnt ja auch mit unförmigen Steinen oder Lehm ^^

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=93ddre2.jpg&.src=ph

ACHTUNG: Mit dem Messer solches „Rüstleder“ zu schneiden ist eine extrem schmerzhafte und mühselige Handarbeit. Ich arbeite täglich mit dieser Methode und mir tun nach 10 min. die Finger weh. „Zarteren“ Persönchen (Nichtzwerge natürlich *räusper*) lege ich eine Lederschere (Auch schmerzhaft) oder besser eine Laubsäge nahe. Ausschärfmesser sind Skalpellscharf, wenn sie gut geschärft sind und auch mit dem Cutter ist auf die Hände zu achten…


Soweit so gut… nach dem Abrackern haben wir schon das unangenehmste hinter uns (Zumindest körperlich)

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=c5edre2.jpg&.src=ph


So… jetzt kommen wir wieder zu „leichteren“ Arbeitsschritten.
Die fertig ausgeschnittenen Lederstücke werden jetzt ein wenig zurechtgebogen.
Das ist Wichtig, da das Leder dadurch geschmeidiger wird, ohne seine Festigkeit zu verlieren. Und es nach einigen weiteren Arbeitsschritten kaum noch formbar ist, bzw. die Kraft der Finger nicht ausreicht um die Lederstücke auf dem Handschuh zu biegen.

Auch hier ist vorsicht angebracht. Der Narben (Die glatte, dem Fleisch abgewandte Seite des Leders) kann duch zu raschen Druck aufreissen und das macht das Endprodukt unschön.
Ausserdem kann das leder innerlich brechen bzw. reissen und dadurch verliert es viel Stabilität und Wasserfestigkeit.
Die Stücke sollten grob die Form der geschlossenen Faust nachzeichnen.

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=bef7re2.jpg&.src=ph


Jetzt kommen wir zum härten.
Dies kann man auf unterschiedlichste Möglichkeiten erreichen.
Allerdings muss man erwähnen, dass egal welche Methode man anwendet, es nur 2 grundlegende
Möglichkeiten gibt Leder zu härten.
Erstens durch das ausüben von Druck, das verdichten. (Ich habe mich für diese Methode entschieden)
Und das verbrennen (z.B. in Wachs kochen)
Sollte man sich für das Wachs entscheiden ,oder kochen und verdichten kombinieren sollte man beachten dass das Wachs welches ins Leder eindringt eine Verklebung oder spätere Färbung oder Punzierung so gut wie unmöglich macht. Ausserdem hat das in Wachs kochen den Nachteil das bei Gebrauch und Witterung das Leder unschön seine Farbe verändert. Hinzu kommt, das das Leder spröde werden kann und brüchig wird…. Wie man merkt würde ich davon abraten :D

Kommen wir zur Methode meiner Wahl, das dämpfen und klopfen.
Dämpfen ist eigentlich nichts anderes als das kurze (eine Minute oder so) Einlegen des Leders in kaltes klares Wasser. Kleine Luftperlen die aufsteigen sind normal, das sind restliche austretende und damit überflüssige Gerbstoffe. Bei gutem Leder verändert sich die Farbe des Wassers zu fahlem Gelb (nur wenig) bei schlechtem Leder kanns sogar beinahe schwarz werden.

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=62bere2.jpg&.src=ph

Zum klopfen braucht man eine feste Unterlage, ich verwende einen Dreifuß, aber wers authentisch mag, sucht sich einen festen grossen Naturstein.
Beim klopfen achtet darauf, dass ihr nur vorsichtig mit dem eigengewicht des Hammers auf das leder schlagt, da ich nicht davon ausgehe das viele Leute einen Schumacherhammer besitzen. Bei diesem ist der Kopf abgerundet, was verhindetr das ein flacher, eckiger Hammerkopf hässliche, bisweilen schädliche Abdrücke im Leder hinterlässt.
Wer auf Nummer sicher gehen will, klopft zusätzlich NUR auf der Aasseite (Die dem Fleisch zugewandte Seite des Leders)

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=ce20re2.jpg&.src=ph
http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=f55fre2.jpg&.src=ph

Jetzt wird das Leder erstmal liegen gelassen um zu trocknen. Man kann natürlich nachhelfen mit einem Fön oder der Heizung, allerdings finde ich es besser wenn das Leder seine feuchtigkeit selbst reguliert ;)

Das dürfte so 24-48std dauern….

Wenn das Leder getrocknet ist, mache ich mit dem Beitrag weiter… (Ich denk mal in den nächsten Tagen)und dann geht es um das genaue Zurichten der einzelnen Stücke, sowie deren Färbung…

Und wenn ich es schaffe auch das Verkleben und Nähen



So sieht übrigens der "Rohling" jetzt aus... man kann schon die ungefähre Form erkennen, die die "Panzerung" einmal haben wird....

http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/vintervarg23/detail?.dir=/ba21re2&.dnm=572fre2.jpg&.src=ph

Bis zu diesem Punkt habe ich c.a. 2-3Std daran gesessen... natürlich nicht durchgehend... hier mal 10, da mal 20 min... :D
Mit einer Schrere oder Säge glaube ich kann man diese Arbeit unter einer Stunde erledigen.





« Letzte Änderung: April 09, 2007, 18:49:23 Nachmittag von Gazgrim Snorrisson »

Offline Gunthard Eisenschild

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #6 am: April 09, 2007, 23:29:57 Nachmittag »
Hier ist auch nochmal eine Metode um Leder zu härten.

http://www.das-grosse-heer.de/Wikka/LederHaerten

Die Heißwasser Härtung klingt für mich am Einfachsten.

Firin Duhr

  • Gast
Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #7 am: Oktober 14, 2007, 11:31:29 Vormittag »
Wasser mag zur Härtung von Leder einfacher sein, hat jedoch einen großen Nachteil.
Wenn es wieder Nass wird, dann verformt es sich schnell wieder und die geplante Form kann weg sein.
Ich hab immer mit Wachs gehärtet. Ich habe Kunden von mir getroffen, deren wachsgehäteten Rüstungen
nach 6 Jahren Larp immer noch sehr gut in Form sind. Ausserdem nimmt das Leder eine schöne dunkelbraune Farbe an und
ist durch das Wachs vor Nässe geschützt. Mit einwenig Ãœbung an Lederresten ist es auch nicht sonderlich schwer.

Dwinbar

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Re: Zwergenhandschuhe
« Antwort #8 am: Dezember 10, 2010, 23:33:41 Nachmittag »
so da man die Bilder leider nicht mehr sieht  :o

hat jemand noch die Bilder und könnte mir die zuschicken ?

Ansonsten ist noch die frage waren die Handschuhe überhaupt griffig?
Ich frage deswegen weil meine Schweißerhandschuhe mit Stulpen zwar groß und schön sind, aber die Fingerfertigkeit sehr darunter leidet

hoffe mir kann jemand helfen